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Weltfrauentag: Drei Frauen, die die Musikgeschichte geprägt haben

  • Autorenbild: Anna Kleinjohann
    Anna Kleinjohann
  • 7. März
  • 4 Min. Lesezeit

Team FADE ist sich einig: Der Ton macht die Musik – und diese drei Frauen haben in der Musikgeschichte den Ton angegeben …


Wenn es um Musikgeschichte geht, werden immer nur Fakten wie „Wusstest du, dass Nicolas Cage dafür verantwortlich ist, dass ‚Iris‘ von den Goo Goo Dolls geschrieben wurde?“ ausgegraben. Who cares? Statt, wie immer, nur die Männer zu beleuchten, hat sich Team FADE zusammengesetzt und drei Frauen herausgesucht, die unserer Meinung nach den musikalischen Kosmos mehr als geprägt haben.


Alvas’ Pick: Aretha Franklin

Krafvoll und sanft zugleich: Aretha Franklin gehört zu den wichtigsten Personen in der Musikgeschichte Bild: IMAGO / UIG


Eine warme, durchdringende Stimme, bewegende Texte und einzigartiger Soul: Damit verschaffte Aretha Franklin sich einen bedeutenden Platz in der Musikgeschichte. Die spätere „Queen of Soul“ wächst unter den Einflüssen des Gospels in Detroit auf. Schon früh entdeckt sie ihre Leidenschaft für Musik und nimmt im Alter von 18 Jahren ihre erste Platte auf, zunächst ohne Erfolg, bis sie 1966 bei Atlantic Records unterschreibt. Mit den Songs “I Never Loved a Man (The Way I Love You)” und “Do Right Woman, Do Right Man” nimmt sie den Mainstream für sich ein.


Sie singt über Liebe, Sehnsucht und Schmerz, vereint sie mit Soul- und RnB-Klängen, die Haltung und Tiefe auf unvergleichliche Weise transportieren. In den 60ern, einer Zeit, in der insbesondere schwarze Frauen für jeden Erfolg, jede Form von Selbstbestimmung hart kämpfen müssen, wird sie zur Ikone.


Mit ihrer Adaption des Songs „Respect“ kreiert sie eine Hymne, die Feminismus und die schwarze Bürgerrechtsbewegung in den Mittelpunkt rückt. Damit kreiert sie einen der bedeutendsten Songs der Popgeschichte. 18 Grammys gewinnt sie im Laufe ihrer Karriere. Die Ehrlichkeit, die in ihren Songs und ganz besonders in ihrer Stimme liegt, fasziniert noch heute.


Annas’ Pick: Stevie Nicks


Stevie Nicks ist die Verkörperung des 70's Spirit: Ungezwungen, laut und frei. IMAGO /ZUMA Press Wire


Sie wurde als Hexe bezeichnet, wie sie da über die Bühne sprang: barfuß, in langen Gewändern und mit ihrem Tambourin. Doch Stevie Nicks ließ sich nie sagen, wie sie auszusehen oder sich zu verhalten hatte. In der Musik fand sie ihren eigenen Weg. Und das in den 70ern, in einer Band, in der sonst fast nur Männer spielten. Als sie 1975 mit ihrem damaligen Partner Lindsey Buckingham zu der Band „Fleetwood Mac“ dazustößt, sorgt sie dafür, dass sie nicht zu einer Hintergrundfigur reduziert wird und dass sie und Bandkollegin Christine McVie nicht als Konkurrentinnen gegeneinander ausgespielt werden. Es ist Stevie, die als Sängerin und Songwriterin maßgeblich zum Erfolg der Band beiträgt.


Allen, die der Meinung sind, dass Frauen nicht in eine Rockband gehören, beweist sie das Gegenteil. Sie nimmt Raum ein und teilt ihr Rampenlicht nicht, schon gar nicht mit einem Mann. Auf der Bühne verflucht sie in Songs wie „Silver Springs“ ihren Ex-Partner. Stevie lässt sich nicht unterkriegen, so chaotisch die Zustände in der Band auch gewesen sein mögen. Als sie Fleetwood Mac 1990 verlässt, zeigt sie, dass sie es auch ganz alleine schaffen kann. Dafür wird sie als erste und bis jetzt einzige Frau zweimal in die Rock-'n'-Roll-Hall-of-Fame aufgenommen.


Während sie damit bereits ein Vorbild für viele Frauen wird, will sie ihr liebstes Instrument, ihre Stimme und Worte, auch heute für Frauen nutzen. 2024 veröffentlicht sie den Song „The Lighthouse“. Es ist die Zeit, in der sich die Rechtslage von Frauen in den USA drastisch verschlechtert. Sie fordert Frauen dazu auf, zu kämpfen, sich nicht entreißen zu lassen, was lang erkämpft wurde. Damit führt sie fort, wofür sie während ihrer ganzen Karriere bekannt war: laut zu sein und sich zu nehmen, was einem gehört.


Jonas’ Pick: Madonna

Groß, größer, Madonna: Kaum eine andere Frau prägte die Musiklandschaft so sehr wie die amerikanische Popsängerin. Bild: IMAGO / CTK Photo
Groß, größer, Madonna: Kaum eine andere Frau prägte die Musiklandschaft so sehr wie die amerikanische Popsängerin. Bild: IMAGO / CTK Photo

2018 sangen The Struts: „Do-do you wanna feel primadonna like me tonight?“ Aber ganz egal, wie sehr man versucht, eine Primadonna zu sein, man wird niemals eine so prima donna wie Madonna sein.


Auch wenn es sicher einige in der Vergangenheit versucht haben, kommt man nicht an Madonna vorbei, die nicht nur wie die Mutter Jesu heißt, sondern auch bis heute die kommerziell erfolgreichste Sängerin aller Zeiten ist. Jahrzehnte bevor Taylor Swift oder Lady Gaga überhaupt die Bildfläche betreten konnten, hat Madonna schon ins Mikrofon vertönt, dass sie ein „materialistisches Mädchen“ ist – eine Bezeichnung, die sie sich zu Herzen genommen hat, denn sie hat als allererste weibliche Musikerin über eine Milliarde US-Dollar mit ihren Konzerten eingenommen.


Das hing vor allem damit zusammen, dass die 67-Jährige diesen Effekt mitbringt, der nur wenigen Personen in der Musikindustrie vergönnt ist: Sobald man ihren Namen hört, kann jeder und jede sofort einen ihrer Songs nennen. Und abgesehen von den etlichen Accolades, die die Frau in der Musikindustrie gesammelt hat, beschloss sie, dass es nicht ausreicht, das Nonplusultra im Musikkosmos zu sein, und hat sich nebenbei noch ein zweites Standbein in der Welt des Films aufgebaut.


Eine grand dame des Showgeschäfts, ohne die es voraussichtlich etliche Musikerinnen schwer gehabt hätten.

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