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8 Songs, zum 8. März, die die weibliche Perspektive beleuchten

  • Autorenbild: Anna Kleinjohann
    Anna Kleinjohann
  • 8. März
  • 5 Min. Lesezeit

Für viele vereint der Weltfrauentag am 8. März sowohl Freude als auch Wut. Diese acht Songs schenken Trost, machen Hoffnung oder geben Frust ein Ventil.


Am 8. März feiern wir den Feminismus und machen aufmerksam auf das, wofür wir auch im Jahr 2026 immer noch kämpfen: Gleichberechtigung und Befreiung. Denn während unzähliger Frauen* vor uns schon eine weite Strecke des Weges gegangen sind, liegt noch viel vor uns, damit wir patriarchale Strukturen für immer verabschieden können. Dieser Kampf findet neben dem echten Leben auch in Film, Kunst und Literatur ihren Platz. Oftmals sind es Künstler:innen, die mit ihren Werken gesellschaftliche Bewegungen unterstützen und vorantreiben. Die Musik ist hier zu einem Instrument geworden, dass Trost spendet, Wut und Frust ein Ventil gibt und Hoffnung schenkt. Sie schafft eine Sprache für Dinge, für die man manchmal keine Worte gibt.

Aus diesem Grund hat die FADE-Redaktion hier acht Songs zusammengetragen, die sich dem angenommen haben. Was auch immer du heute brauchst, diese Tracks geben dir hoffentlich genau das.



  1. „Du und ich“ von Blond



Wir behaupten zwar, dass die dargestellten Songs die weibliche Perspektive beleuchten, aber bei „Du und ich“ haben wir etwas geschummelt. Wie bei vielen Blond-Songs fragt man sich auch bei diesem, worauf er hinarbeitet – wird die wahre Message doch meist erst im Refrain offenbart.


Prinzipiell singen die Kummer-Schwestern hier von sexueller Belästigung, drehen den Spieß aber um. Statt sexuelle Übergriffe über sich ergehen zu lassen, führt die Band diesen Umstand ad absurdum und macht all die übergriffigen Männer in diesem Song gefügig, indem sie für immer an die Person gebunden werden, die sie belästigt haben. Das mag sich für die belästigenden Männer vielleicht gar nicht so schlimm anhören, aber wer einmal genau hinhört, sollte merken, dass „Du und ich für immer“ eher eine Drohung als eine Einladung ist.


  1. „I Hold Your Anger“ von The Last Dinner Party



Davon, wie auslaugend es sein kann, (emotionale) Care-Arbeit für Männer zu übernehmen, können wohl viele ein Lied singen. Und genau das machen The Last Dinner Party in „I Hold Your Anger“. Sich in dieser Arbeit selbst zu verlieren und „nicht mehr zu wissen, wo andere anfangen und man selbst endet“ – darum geht es in dem Song, der mit den schweren Rockklängen die passende Atmosphäre schafft. Die britische Band beschreibt auf einzigartige Weise, wie es ist, zwischen der Verantwortung, der man sich eigentlich entledigen will, und der Verzweiflung, es nicht zu können, weil man sich zu sehr um die Person sorgt, festzustecken. Ein Song, der unter die Haut geht.



  1. „Fleisch“ von Mia Morgan


Dass nichts schaffender als die Pubertät sein kann, hat auch Mia Morgan erkannt – und mit „Fleisch“ diesem Umstand gleich einen ganzen Song gewidmet. BILD: IMAGO/Funke Foto Services
Dass nichts schaffender als die Pubertät sein kann, hat auch Mia Morgan erkannt – und mit „Fleisch“ diesem Umstand gleich einen ganzen Song gewidmet. BILD: IMAGO/Funke Foto Services

Pubertät ist furchtbar – zumindest für viele. So augenscheinlich auch für Mia Morgan, die in „Fleisch“ schon fast biografisch die eigenen Jugendkomplexe aufarbeitet. Sie erzählt von der ungleichen Beziehung zur besten Freundin, die immer wieder den Anschein erweckt, als wäre man selbst nicht ansatzweise so gut wie sie. Und als wäre das nicht schlimm genug, kommen all die üblichen Teenie-Probleme noch obendrauf: sexueller Druck, Probleme mit dem Selbstbild und selbstinszenatorischer Drogenkonsum. Wer einmal den Trip zurück in die manchmal albtraumhafte Pubertät wagen möchte – warum auch immer –, sollte „Fleisch“ eine Chance geben.


  1. „CRASH OUT“ von bangerfabrique



Wer noch nichts von dem Hamburger Hip-Hop-Kollektiv Bangerfabrique gehört hat, sollte das schleunigst ändern. Besonders diejenigen, die etwas für Rap mit raffinierten Texten und hämmernden Beats übrig haben. Auf unsere Liste haben sie es mit dem Song „CRASH OUT“ geschafft, weil sie hier gegen die leider viel zu häufig vorkommenden sexuellen Übergriffe in der Musik- bzw. Rap-Szene und die Täter austeilen. Etwas anders, aber mindestens genauso großartig wie alle anderen Songs auf dieser Liste, ist „CRASH OUT“ – im Sinne des Kollektivnamens ein echter Banger – und dazu noch einer mit Message und Schlagkraft. Eine wichtige Erinnerung daran, wie oft Täter ohne Konsequenzen ihre Karriere fortführen, egal wie laut und schwerwiegend die Vorwürfe gegen sie sind.


  1. „My Ego“ von badtaste


Ach, die Liebe und die seltsamen Dinge, die wir tun, wenn wir sie spüren. Eines dieser seltsamen Dinge: das Herunterfahren des eigenen Egos für irgendeinen Typen. Interpretin badtaste singt prinzipiell vom Heilungsprozess nach dem Ende einer Beziehung oder einer Situationship. Richtigerweise fällt ihr auf, dass man häufig die eigenen Bedürfnisse und auch das eigene Ego für andere zurückstellt und erst, nachdem es vorbei ist, wieder lernt, wie schön es eigentlich sein kann, die eigenen Bedürfnisse wieder vorne anzustellen – in einem gesunden Maß, versteht sich.


  1. „When Will I Be Mine“ von Hailey Orion



„When Will I Be Mine?” ist weniger Song und mehr ein Gedicht. Jede einzelne Zeile von Hailey Orion trifft mit einer Wucht das, worunter alle, die von patriarchalen Strukturen diskriminiert werden, jeden Tag leiden. Ihre Lyrics stellen den Körper in den Mittelpunkt und die Frage, die dem Song auch seinen Namen gibt: Wann werde ich mir selbst gehören? Von sexuellen Übergriffen und Objektifizierung bis hin zum Thema Selbstbestimmtheit bei Abtreibung – Hailey Orion richtet sich an all die Instanzen und gesellschaftlichen Strukturen, die an den Körpern von Frauen* und queeren Personen zerren.


Besonders kraftvoll wird es durch direkte Bezüge auf die amerikanische Verfassung und Gerichtsprozesse, die ihre Vorwürfe untermauern. Eine Künstlerin der Worte und eine, von der wir in Zukunft hoffentlich noch mehr hören werden.


  1. „why are you so ashamed?” von Vienna Notarianni


Vienna Notarianni würde sich damit guttun, „My Ego“ von badtaste zu hören, denn die Künstlerin beschreibt in „why are you so ashamed?“ einen furchtbaren Umstand: Wie ist das eigentlich, etwas mit einer Person zu haben, die sich kaum für dich interessiert, aber von der man auch irgendwie nicht loskommt? Ganz korrekt stellt Notarianni die Frage in den Raum, wie es sein kann, dass die andere Person jeden Fleck des eigenen Körpers kennt, sich aber trotzdem weigert, Händchen zu halten. Und auch wenn die Sängerin keine Antwort auf diese Frage gibt, schwingt sie trotzdem im Subtext mit: Mach’ Schluss!


  1. „Above the Neck“ von Sofia Isella



Sofia Isella ist pissed – insbesondere von Sexualisierung und Objektifizierung, die laut ihr alles „above the neck“ betreffen. In ihrem musikalisch sehr limitierten Song „rappt“ Isella sehr langsam über die absurden sowie furchtbaren Umstände, die herrschen, wenn Männer sexualisieren. Korrekterweise merkt sie an, dass Männer insbesondere von „Ratlosigkeit“ und Lolita-ähnlichen Umständen fasziniert sind – und dass das überhaupt nicht in Ordnung ist. Sie sieht den Tatsachen ins Auge und prangert an, dass es nicht sein kann, dass 18-Jährige schon nicht mehr ausreichend für die sexuellen Gelüste von „forty-two-year-old pieces of shit“ sind. Sofia Isella ist gegen die Sexualisierung von allem und jeder – und hat in „Above the Neck“ die perfekte Brücke gefunden, um diese Message zu transportieren.



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